Ausstellung: La couleur du temps
Ein kleines Loch statt einer Linse - schenkt Bilder, die zart, weich und voller Geheimnis sind. Ihre
charakteristische Unschärfe ist kein Fehler, sondern Ausdruck physikalischer Wirklichkeit: Das kleine Loch
erlaubt Licht, verursacht aber zugleich eine ungenaue Fokussierung der Strahlen. In dieser Qualität spiegelt
sich eine gedankliche Nähe zur Unschärferelation wider, denn je präziser man einen Aspekt festhalten möchte,
desto offener bleiben andere Aspekte der Darstellung.
Lange Belichtungszeiten verwandeln Zeit und Bewegung in sichtbare Spuren: Bewegtes verwischt oder
verschwindet,
Standhaftes tritt hervor. So werden die Fotografien zu Metaphern für Wahrnehmung, Vergänglichkeit und die
Grenzen unseres Wissens - und geben der Zeit selbst eine Farbe. Die Ausstellung zeigt
Arbeiten der letzten fünf Jahre, darunter Aufnahmen, die mit einer selbstgebauten Holzkamera mit gebogener
Projektionsfläche im Negativformat 6 × 17 cm sowie mit einer umgebauten Agfa CLACK im Format 7 × 6 cm
entstanden
sind.
Die Bilder laden dazu ein, Abstand zu gewinnen, genauer hinzusehen und die Unschärfe als erzählerische Kraft
zu
erleben.